Das neue ARIUS neben dem alten
Yamaha hat das YDP-146 im Juni 2026 als Teil einer neuen ARIUS-Reihe vorgestellt, zusammen mit YDP-166, YDP-S56 und YDP-S36. Es tritt an die Stelle des YDP-145, das Yamaha in Japan inzwischen als ausgelaufen führt. Händler haben teils noch Restbestände des YDP-145, und gebrauchte Exemplare sind verbreitet. Die praktische Frage lautet daher: Lohnt sich das neue Modell, oder erfüllt ein günstiges YDP-145 denselben Zweck?
Zur Methode: Dies ist ein Vergleich auf Basis der veröffentlichten Spezifikationen. Wir haben die beiden Instrumente nicht nebeneinander gespielt. Wir haben Yamahas Datenblätter beider Modelle Zeile für Zeile verglichen und Yamahas Ankündigung der neuen Reihe gelesen.
Kurz gesagt: Gehäuse, Klangerzeugung, Verstärker und fast alle Funktionen sind identisch. Das YDP-146 bringt Bluetooth und ein überarbeitetes Lautsprechergitter mit, und laut Yamaha wurde die Sensorik derselben GHS-Tastatur verbessert.
Was sich geändert hat
Bluetooth. Das ist der deutlichste Unterschied. Das YDP-145 hat kein Bluetooth; mit Computer oder Tablet verbindet es sich nur über den USB-TO-HOST-Anschluss. Für das YDP-146 nennt Yamahas japanisches Datenblatt Bluetooth-Audio (Empfang) und Bluetooth-MIDI (Senden und Empfangen). Im Alltag heißt das: Sie können Musik vom Smartphone über die Lautsprecher des Pianos abspielen und dazu spielen, und Sie können Yamahas App Smart Pianist ohne Kabel nutzen. Das US-Datenblatt vermerkt, dass Bluetooth je nach Region abweichen kann. Prüfen Sie das daher an dem Gerät, das in Ihrem Land verkauft wird.
Lautsprecher. Beide haben zwei 12-cm-Lautsprecher mit 8 W × 2. Beim YDP-146 führt Yamaha sie als „12 cm mit Diffusor“. Laut Yamahas Ankündigung verteilt das Diffusorgitter den Klang breiter im Raum, sodass der Diskant weiter trägt. Die Verstärkerleistung ist unverändert; es geht also um die Klangverteilung, nicht um Lautstärke. Ob Sie den Unterschied hören, klären Sie im Geschäft.
Tastatursensorik. Beide Datenblätter nennen dieselbe GHS-Tastatur (Graded Hammer Standard) mit matten schwarzen Tasten und dieselben vier Anschlagseinstellungen: Hard, Medium, Soft und Fixed. Laut Yamahas Ankündigung wurde die Sensorik überarbeitet, damit schnelle Tonwiederholungen und komplexe Passagen die Spielabsicht genauer wiedergeben. Eine Änderung von Tastengewicht oder Mechanik beschreibt Yamaha nicht, und keines der beiden Modelle hat eine Druckpunktsimulation.
App-Funktionen. Mit der neuen Reihe hat Yamaha auch neue Übungsfunktionen in Smart Pianist angekündigt: einen Führungsmodus, in dem die Begleitung wartet, bis Sie den richtigen Ton spielen, und eine Medaillen-Challenge, die Ihr Spiel bewertet. Yamaha stellt sie zusammen mit den neuen Modellen vor; ob sie mit dem YDP-145 funktionieren, sagt Yamaha nicht.
Was gleich geblieben ist
Laut Yamahas Datenblättern teilen sich beide:
- Yamaha-CFX-Sampling mit VRM Lite, 192 Stimmen Polyphonie, 10 Klänge und 4 Hallarten
- Intelligent Acoustic Control und den Stereophonic Optimizer für das Spiel mit Kopfhörern
- Zwei Kopfhörerbuchsen im Standardformat 6,3 mm, aber keinen AUX- oder Line-Ausgang
- Drei Pedale, Halbpedal am Dämpferpedal, und eine Schiebe-Tastaturabdeckung
- 10 Klangdemos, 50 klassische Stücke und 303 Übungsstücke, Dual- und Duo-Modus, Aufnahme eines Songs mit zwei Spuren, Metronom und Transponierung
- Dasselbe Gehäuse: 1.357 mm breit, 422 mm tief, 815 mm hoch (969 mm mit aufgestelltem Notenpult), 38 kg
Wenn Sie lesen, das YDP-146 sei lauter, habe mehr Klänge oder eine schwerere Tastatur, wird das von Yamahas eigenen Spezifikationen nicht gestützt.
Lieferumfang
Yamahas US-Datenblätter nennen für beide eine Bank, die je nach Region beiliegt. In Japan werden YDP-145 und YDP-146 beide mit fester Bank und Kopfhörern geliefert. Fragen Sie Ihren Händler, was in Ihrem Markt dabei ist. Bei Thomann wird das YDP-146 auch als Set mit Bank und Kopfhörern angeboten.
Preis
Ein neues YDP-146 kostet bei Thomann derzeit etwa so viel, wie der frühere Listenpreis des YDP-145 betrug. Restbestände des YDP-145 werden oft darunter verkauft, und Gebrauchtpreise schwanken stark. Wie groß der Abstand tatsächlich ist, hängt also vom konkreten Angebot ab. Vergleichen Sie die Angebote direkt.
Welches passt zu Ihnen?
Nehmen Sie das YDP-146, wenn Sie Bluetooth nutzen werden: zu Musik vom Smartphone spielen oder Smart Pianist ohne Kabel verwenden. Für Einsteiger, die mit einer App üben, ist das eine Funktion für jeden Tag. Es ist auch die einfachere Wahl, wenn Sie ein neues Instrument aus der laufenden Produktion statt aus Restbeständen möchten.
Nehmen Sie ein YDP-145, wenn Sie es deutlich günstiger als das YDP-146 finden und kein Bluetooth brauchen oder ein Tablet gern per USB-Kabel anschließen. Laut Yamahas Datenblättern bekommen Sie dieselbe Tastatur, Klangerzeugung, Verstärkerleistung, dieselben Funktionen und dasselbe Gehäuse. Bei gebrauchten Geräten sollten Sie Tasten und Pedale vor Ort prüfen.
Wenn Sie beim GHS-Anschlag unsicher sind: Daran ändert keines der beiden Modelle etwas. In der neuen Reihe hat das YDP-166 die GrandTouch-E-Tastatur mit Druckpunktsimulation; mehr dazu in unseren Vergleichen CLP-826 vs YDP-166 und Kawai CX202 vs YDP-166.