Warum dieser Vergleich naheliegt

Das Casio CDP-S110 und das Thomann SP-320 gehören zu den günstigsten Wegen zu 88 Tasten. Beide sind flach und leicht, beide laufen auch mit Batterien, und keines hat Bluetooth oder einen Ständer im Karton. Das SP-320 ist Thomanns Eigenmarke und wird nur von Thomann verkauft; das CDP-S110 gibt es bei vielen Händlern, darunter auch Thomann. Bei Thomann ist das SP-320 deutlich günstiger.

Der Unterschied, auf den es ankommt, liegt in der Tastatur: Das CDP-S110 hat eine Hammermechanik, das SP-320 nicht. Daraus ergibt sich der größte Teil dieses Vergleichs.

Zur Methode: Dies ist ein Vergleich auf Basis der veröffentlichten Spezifikationen. Wir haben die beiden Instrumente nicht nebeneinander gespielt. Die Angaben zum CDP-S110 stammen aus Casios technischen Daten, die zum SP-320 von Thomanns Produktseite.

Tastatur: zwei verschiedene Bauarten

Das CDP-S110 nutzt Casios Scaled Hammer Action Keyboard II. Casio beschreibt sie als Mechanik mit Hammergewichten wie bei einem Klavier, in kompakter Bauform, mit einer strukturierten Tastenoberfläche, die das Abrutschen der Finger verhindern soll. Die Anschlagdynamik hat drei Empfindlichkeitsstufen und lässt sich abschalten.

Das SP-320 hat 88 leicht gewichtete, anschlagdynamische Tasten. In Thomanns Merkmalstabelle steht ausdrücklich, dass keine Hammermechanik verbaut ist.

Das sind nicht zwei Qualitätsstufen derselben Tastatur, sondern zwei Bauarten. Auf unserer aus den Spezifikationen abgeleiteten Anschlagskala liegt das CDP-S110 vier Stufen über dem SP-320. Die Skala beruht auf der veröffentlichten Konstruktion, nicht auf eigenem Spielen. Praktisch bedeutet das: Am SP-320 lernen Sie Noten, Rhythmus und den vollen Tonumfang kennen, aber nicht den Widerstand einer Klaviertaste. Wer Unterricht nimmt oder später auf ein akustisches Klavier wechseln möchte, baut am CDP-S110 die passendere Fingerkraft auf.

Polyphonie, Klänge und Lautsprecher

Zum Piano-Sample veröffentlicht weder Casio noch Thomann genug, um über den Klangcharakter zu urteilen.

Batteriebetrieb, Größe und Gewicht

Beide spielen auch ohne Steckdose. Das CDP-S110 läuft laut Casio mit sechs AA-Batterien etwa 13 Stunden. Das SP-320 läuft mit sechs Mono-Batterien (Typ D), die nicht beiliegen; eine Laufzeit nennt Thomann nicht.

Das SP-320 ist 1,5 kg leichter und etwas niedriger, das CDP-S110 rund 4 cm weniger tief. Beide lassen sich bequem tragen und verstauen.

Anschlüsse und Funktionen

Keines der beiden hat Bluetooth, weder für Audio noch für MIDI.

Wer das Instrument an einen Verstärker oder ein Aufnahmegerät anschließen und gleichzeitig Kopfhörer nutzen möchte, hat beim SP-320 die getrennten Ausgänge. Beim CDP-S110 teilen sich Kopfhörer und Ausgang eine Buchse.

Bei den Übungsfunktionen liegt das CDP-S110 vorn: Layer und Split, Transponieren über ±12 Halbtöne und ein Metronom. Das SP-320 hat Layer, Hall, Chorus und Metronom; Split und Transponieren nennt Thomann nicht. Eine Aufnahmefunktion hat keines der beiden. Beide werden mit Sustainpedal und Notenpult geliefert, ohne Ständer.

Welches passt zu Ihnen

Wählen Sie das Casio CDP-S110, wenn Sie Klavier lernen wollen, im Unterricht sind oder es bald sein werden: Die Hammermechanik, die doppelte Polyphonie, Transponieren und Split machen es zum ernsthafteren Übungsinstrument. Es ist außerdem das weniger tiefe der beiden.

Wählen Sie das Thomann SP-320, wenn Sie erst herausfinden möchten, ob das Klavierspiel bleibt, wenn das Budget sehr knapp ist oder wenn Sie ein leichtes 88-Tasten-Instrument mit Batteriebetrieb für Band, Klassenzimmer oder Ferienwohnung suchen. Der getrennte Line-Out und das USB-Audio sind für einfache Aufnahmen praktisch. Für Technikübungen im Klavierunterricht ist es nicht gedacht.

Wer bei Thomanns Eigenmarke bleiben, aber eine Hammermechanik haben möchte, findet sie im Thomann DP-28 Plus. Unser Vergleich DP-28 Plus vs Roland FP-10 ordnet es ein.